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Januar 2013

 

 Oktober 2013

Die "Initiative Stolpersteine Steinfurt" hat am 12. Oktober 2013 von Gunter Demnig Stolpersteine verlegen lassen, die an die Leidenswege ehemalige jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner Burgsteinfurts erinnern soll.

Für die Familie von Louis Eichenwald, geb. 17. Mai 1875 in Horstmar, seiner Ehefrau Emma (geb. 27.12.877) und der gemeinsamen Tochter Käthe (geb. 09.12.1908) wurden an der Leerer Str., vor dem Haus Nr. 38, jeweils ein Stolperstein zum Gedenken gesetzt.

Die Familie lebte bis Anfang Dez. 1938 in Burgsteinfurt und zog dann nach Münster. Hier mussten sie innerhalb von 4 Jahren 3 x umziehen und lebten jeweils in einem der sogenannten "Judenhäuser" Münsters. Am 27. Januar 1942 wurden die Eheleute - gemeinsam mit ihrer Tochter - von Münster aus nach Riga deportiert. Ob sie im Ghetto an den unmenschlichen Lebensbedingungen starben oder wie viele ihrer Leidensgenossen in eines der östlichen KZ's weitertransportiert wurden, ist nicht bekannt.

Louis Eichenwald, gebürtiger Horstmarer, war der jüngere Bruder von Samuel Eichenwald, wohnhaft in Horstmar, Königstr., der nach der Pogromnacht zu seiner einzigen Tochter nach Almelo/NL flüchtete und dort bereits ein knappes 1/2 Jahr später starb.

 

 

 

Aus: "Der Stürmer",  Jahr 1936, Nr. 23

 

Judengenossen in Horstmar

Obwohl wir hier in Horstmar, Bez. Münster i.W., an sichtbarer Stelle einen prächtigen Stürmerkasten angeschlagen haben und auch sonst die Bevölkerung in der Judenfrage tatkräftig aufklären, gibt es bei uns noch immer Judengenossen. Wir besitzen hier am Orte genügend Geschäfte, die eine gute Auswahl haben. Dennoch kaufen die Familien Viktor Wagner und Gesch. Gescher immer noch im   j ü d i s c h e n   Manufakturgeschäft. Die Haushälterin Antonie Gebing (Mitglied der NS. Frauenschaft!), die beim Gastwirt Ludwig Empting beschäftigt ist, läßt sich sogar von Juden im Auton spazieren fahren und nimmt an den Begräbnissen der Fremdrassigen teil.                                                                     K.

 

Bei Recherchen über die Zeit des Nationalsozialismus sind wir u.a. auf den vorgenannten Artikel gestoßen, den ein Horstmarer Bürger als Leserbrief an den "Stürmer" richtete.

 


stolperstein Horstmar Familie Steinweg Familie Moritz Löwenstein Familie Nathan Familie Eichenwald Horstmarer Synagoge Familie Joseph Nathan Familie Löwenstein Familie Eichenwald

Wohnorte der Familien
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