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Oktober 2011

Im April 2010 bekommt die "Initiative Stolpersteine" Besuch aus Israel. Aviv Arie und seine Frau Gitit besuchen Horstmar, die Heimatstadt von Ruth Steinweg, Avivs Großmutter.

Eine Woche hält sich das junge Ehepaar in Horstmar auf und bei seiner Abreise äussert Aviv den Wunsch, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Einen Teil der dafür erforderlichen Unterlagen, kann die "Initiative Stolpersteine Horstmar bei der Stadtverwaltung Horstmar finden und ihm zusenden.

In einem Schreiben der Deutschen Botschaft in Tel Aviv steht es schwarz auf weiß: Am 28. September 2011 ist es endlich so weit: Die ersehnte Einbürgerungsurkunde liegt vor.

Aviv Arie ist aufgeregt, aber auch glücklich, seinen Wurzeln ein Stück näher gekommen zu sein.

Mai 2011

Die "Initiative Stolpersteine" schreibt am 13. Mai an den Bürgermeister der Stadt Horstmar, Herrn Robert Wenking, mit der Bitte in die derzeit laufenden Überlegungen, die Wagenfeldstraße und den Castelleweg umzubenennen, auch den Theodor Crins Weg mit einzubeziehen.

Schreiben an den BGM i.S. Crins (PDF)

Ein Ende Mai vereinbarter Termin für Mitte Juli zwischen dem Bürgermeister und den Mitgliedern der "Initiative Stolpersteine" wird Anfang Juli von der Sekretärin des Bürgermeisters bei Herrn Dr. Stahl abgesagt. Herr Dr. Stahl bittet um den Anruf des Bürgermeisters, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Dieser Anruf erfolgt jedoch nicht. Daraufhin erhalten die "Westfälischen Nachrichten" und die "Münstersche Zeitung" den o.g. Brief, mit der Bitte, diesen als Pressemitteilung der "Initiative Stolpersteine" zu veröffentlichen.

Mehrere Presseartikel werden in den folgenden Tagen und Wochen zu der Thematik in beiden Tageszeitungen veröffentlicht. In der Ausgabe der "Westfälischen Nachrichten" vom 8. September 2011 wird der Initiative von der Enkeltochter Theodor Crins, Traude Crins, eine "wenig wissenschaftliche" Recherche vorgeworfen und der Bürgermeister nennt die vorliegende Faktenlage "mehr als zweifelhaft", ebenfalls vermisst er eine "intensive Recherche" der "Initiative Stolpersteine". In der gleichen Ausgabe wird das Buch "Nicht Efeu, noch Eiche" - aus dem die zur Debatte stehenden Zitate entnommen wurden, von Traude Crins als "ein persönlicher Rachefeldzug" von Ute Crins bezeichnet. Ihre weitere Behauptung, dass ihre Mutter mit über 80 Jahren eine Ghostwriterin beauftragt habe, entspricht nicht der Wahrheit.

Die "Initiative Stolpersteine" nimmt Kontakt auf mit der Autorin des zur Diskussion stehenden Buches. Die Stellungnahme von Frau Bönsch-Hochgürtel zu der Thematik ist nachfolgend - mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin - veröffentlicht:

BoenschHochguertel Stellungnahme (PDF)

 

Weitere Recherchen ergeben:

  • Lt. Auskunft des Bundesarchivs Berlin war Theodor Crins Mitglied im NS-Lehrerbund, einem der NSDAP angeschlossenen Verband;
  • Th. Crins war Mitglied in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV/gegründet 1932 von den Nationalsozialisten); hier beantragt Crins am 15.08.1936 Kinderbeihilfe für seine Tochter Hiltrud. (Aktenlage im Landesarchiv NRW, Düsseldorf)

 

Am 20.09.211 steht das Schreiben der "Initiative Stolpersteine" vom 13.05.2011 auf der Agenda für die Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur und Heimatpflege.

Ein entfernter Verwandte von Theodor Crins, Herr Jochen Geppert, der sehr an der Aufklärung der Thematik interessiert ist, schreibt daraufhin einen offenen Brief an den Vorsitzenden des o.g. Ausschusses, mit der Bitte um Weiterleitung an die einzelnen Ausschussmitglieder. Das Schreiben von Herrn Geppert wird den Ausschussmitgliedern jedoch erst nach der anberaumten Sitzung ausgehändigt. 

Geppert (PDF)

Eine Beschlussvorlage des Bürgermeisters liegt den Ausschussmitgliedern vor.

Beschlussvorlage (PDF)

Den anwesenden Mitgliedern der "Initiative Stolpersteine" wird keine Gelegenheit gegeben, ihren Beitrag zur Diskussion zu leisten bzw. den Sachverhalt noch einmal zu erläutern und darzulegen.

Obwohl kein offizieller Antrag zur Umbenennung des Theodor Crins Weges vorliegt, wird auf der Sitzung gegen eine Umbenennung abgestimmt.

Aus: "Westfälische Nachrichten" vom 21.02.2011

Horstmar/Burgsteinfurt

Lernen außerhalb des Klassenzimmers, das war das Ziel der 30 Schüler des Gymnasiums Arnoldinum, die sich jetzt auf dem Rathausplatz in Horstmar versammelten. Anlässlich des Themas „Judentum“ im Religionsunterricht der Jahrgangsstufe sieben wurde auf das Projekt „Stolpersteine“ aufmerksam gemacht. Zur Vertiefung fand eine Begehung unter der sachkundigen und engagierten Leitung von Anna-Maria Vossenberg zu den mehr als 30 Stolpersteinen in Horstmar, dem zweiten Lernstandort des Arnoldinums statt.

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Anna-Maria Vossenberg wusste aus ihren eigenen Recherchen den Namen auf den Stolpersteinen ein Gesicht und ein Schicksal zu verleihen, was ihre jungen Zuhörer sichtlich bewegte. Auf der Wanderung quer durch Horstmar erfuhren die Schüler viel zu den verschiedenen jüdischen Familien, die während des Nationalsozialismus gedemütigt, aus ihrer Heimat vertrieben, deportiert und getötet wurden. Des Weiteren wurde auch der ehemalige Standort der Synagoge besichtigt. Anschauungsmaterial wie ein jüdischer Originalausweis (eine so genannte „Kennkarte“) und verschiedene Fotos der Familien gingen interessiert von Hand zu Hand. Besondere Betroffenheit zeigte sich bei den Schicksalen von Gleichaltrigen.

Aus der Arbeit an dem Projekt „Stolpersteine“ wussten sowohl Anna-Maria Vossenberg als auch der ehemalige Lehrer des Arnoldinums Karl Friedrich Herhaus viel über ihre Kontaktaufnahme zu Verwandten der Betroffenen zu berichten und zeigten, wie lebendig dieser Abschnitt der Geschichte immer noch ist.

Mit vielen Fragen im Kopf kehrte die Gruppe unter der Leitung von Mareike Mathmann wieder in den Klassenraum zurück. Einige Fragen wurden gleich im Klassenzimmer besprochen, andere sicherlich nach Hause zu den Eltern und Großeltern getragen.

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