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30. April 2009

Ein etwas anderer Religionsunterricht:

 

"Hevenu shalom alechem"

"Wir wünschen Frieden euch allen"

 

mit diesem hebräischen Friedenslied wurde eine Andacht im evangelischen Schulgottesdienst beschlossen.

Anschließend gingen die Kinder, gemeinsam mit ihrer Lehrerin und Pastor Maiwald zum ehemaligen Wohnhaus der Familie Steinweg, vor dem gerade einige Tage vorher 11 "Stolpersteine" verlegt wurden. Die Kinder hörten den Ausführungen des Pastors, der ihnen die Bedeutung der "Stolpersteine" erläuterte, aufmerksam zu.

Wunsch nach Frieden (PDF)

 

12. August 2009

Joshua Leehan, Enkel von Helga Klion-Eichenwald, ist für einige Tage in Horstmar zu Gast.

Ein Besuch in der Stadtverwaltung und selbstverständlich auch im Elternhaus seiner Großmutter in der Stadtstiege steht auf dem Programm.


  Felix u. Rita Scharf, Joshua Leehan

 

Engelbert Glock, Kulturbeauftragter der Stadt Horstmar, freut sich über den Besuch Joshuas

 


Engelbert Glock, Joshua Leehan u. Bürgermeister Robert Wenking

 

Der spendierte Eisbecher des Bürgermeisters war bei den sommerlichen Temperaturen sehr willkommen.

 

Joshua vor dem Elternhaus seiner Großmutter, Helga Klion-Eichenwald

 

Nach ein paar Tagen ist der Aufenthalt in Horstmar vorbei; es geht weiter in Richtung Wien, wo Joshua einige Wochen Ferien bei einem österreichischen Freund verbringt.

 

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10. November 2009

Die “Initiative Stolpersteine Horstmar” hatte bereits vor über einem Jahr Kontakt mit Frau Erna de Vries aufgenommen, damals in der Hoffnung, dass die Mutter von Frau de Vries, eine geb. Löwenstein aus Borghorst, evtl. mit Moritz Löwenstein aus Horstmar verwandt sein könnte. Das war jedoch nicht der Fall. Es stellte sich aber heraus, dass Frau de Vries eine Nichte von Louis Löwenstein ist, der wiederum mit Bertha Eichenwald - einer Schwester von Ernst Eichenwald - verheiratet war.

Erna de Vries wurde 1923 als einziges Kind von Jakob und Jeanette Korn in Kaiserslautern geboren.

Bereits als 7-jähriges Kind verlor Erna Korn ihren Vater. Bis 1935 führt Jeanette Korn das Speditions- geschäft mit einem Teilhaber fort. Aber auch ihr Geschäft fällt dem Vorhaben der Nazis zum Opfer, die Juden vom öffentlichen und wirt- schaftlichem Leben auszuschließen.

Als während der Progromnacht die elterliche Wohnung zerstört und geplündert wird, fliehen Mutter und Tochter zu Verwandten nach Köln. Hier beginnt Erna eine Ausbildung als Krankschwester. 1942 wird sie zur Zwangsarbeit bei der Firma Lindeck, einem Rüstungsbetrieb in Kaiserslautern, verpflichtet.

Im Juli 1943 werden Jeanette und Erna Korn gemeinsam nach Auschwitz deportiert. Die Mutter und ihre Tochter werden der entwürdigenden Behandlung jedes KZ-Insassen unterzogen: Sie werden registriert, die Haare werden ihnen abgeschnitten und Erna tätowiert man Häftlingsnummer 50462 ein. Die nächsten 4 Wochen müssen sie in sogen. “Quarantäne” verbringen, d.h., sie halten sich auf einem Gelände ausserhalb des Lagers auf und sind tagsüber der prallen Sonne ausgesetzt. Wasser erhalten sie während dieser Zeit nur sehr wenig und das Essen besteht vornehmlich aus Kartoffelschalen.

Eine schwere Bindegewebsentzündung, die nicht verheilt, bleibt im September 1943 bei einer Selektion nicht unbemerkt. Erna wird in den berüchtigten sogenannten Todesblock 25 verlegt. Dort verbringt sie eine Nacht - zusammen mit ca. 600 anderen Frauen. Allen ist bewusst, dass sie am nächsten Morgen in die Gaskammer transportiert werden.

Erna de Vries wird wie durch ein Wunder diesem Schicksal entgehen.

Auf der Lagerstraße von Auschwitz verabschiedet sich Erna von ihrer Mutter, beide in der Gewissheit, dass sie sich nicht wiedersehen werden. Von ihrer Mutter erhält sie den Auftrag: “Du wirst überleben, und dann wirst du erzählen, was man mit uns gemacht hat.”

Seit 1997 kommt Erna de Vries dem Auftrag ihrer Mutter nach und hat in weit über 100 Vorträgen von ihrem Schicksal und ihren Erlebnissen z.Zt. des Nationalsozialismus erzählt.


Im Jahre 2006 wurde ihr für ihre Friedens- und Versöhnungsarbeit die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Am 10. November ist Erna de Vries auf Einladung der Initiative Stolpersteine in Horstmar zu Gast, um aus ihrem Leben zu erzählen. Erna de Vries berichtet sehr offen und in bewegenden Worten aus ihrem Leben als jüdisches Kind und junge Frau. Sie schildert ihren Überlebenskampf in den Konzentrationslagern Ausschwitz und Ravensbrück sowie vom sogenannten Todesmarsch im Frühjahr 1945.

Die Geldspenden, die anlässlich des Zeitzeugengesprächs mit Erna de Vries zusammen gekommen sind, werden dem Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung gestellt. In den Bergen von Jerusalem werden dafür 26 Bäume gepflanzt. Einige Tage später erhält die Initiative "Zu Ehren der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Horstmar" eine Urkunde:

 

Die Rückseite der Urkunde trägt u.a. folgende Zeilen:

 

So wird dann die Wüste zum Acker werden und der Acker wie ein Wald geachtet werden.

Und das Recht wird in der Wüste wohnen

und die Gerechtigkeit auf dem Acker hausen.

Jesaja 32.15,16

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