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07.-14. Dezember 2008

Im September 2008 reiste Anna-Maria Vossenbeg - auf Einladung von Andrea Leehan, der Tochter von Helga Eichenwald-Klion und Enkeltochter von Grete und Ernst Eichenwald - nach Washington. Andrea Leehan hatte sie zur Bat Mitzvah ihrer Tochter Elisa eingeladen. In vorheriger Absprache mit dem Bürgermeister Robert Wenking konnte A.-M. Vossenberg Helga Eichenwald-Klion die Einladung der Stadt Horstmar überbringen, an der ersten "Stolperstein"-Verlegung in Horstmar teilzunehmen.

Helga Klion-Eichenwald nahm die Einladung an und sagte ihr Kommen gemeinsam mit der Tochter Andrea zu. Sie lud zwei ihrer Enkeltöchter ein, die lange und weite Reise nach Deutschland mit ihr gemeinsam zu unternehmen. Sie sollten sehen, wo ihre familiären Wurzeln lagen.

Am 10. Dezember wurden vor den ehemaligen Häusern der Familie Eichenwald, Stadtstiege; Nathan, Gossenstraße und Eichenwald, Königsstraße, "Stolpersteine" für die ehe- maligen jüdischen Bewohner verlegt.

Zukünftig werden diese "Stolpersteine" jeden Vorübergehenden darauf aufmerksam machen, dass hier jüdische Kinder, Frauen und Männer lebten, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als der Antisemitismus unter den Nationalsozialisten ungeahnte Ausmaße annahm und in einem unermesslichen Grauen endete.

Die "Initiative Stolpersteine" hatte sich während der Vorbereitungen für den Besuch mit der Suwelack-Stiftung in Billerbeck in Verbindung gesetzt um anzufragen, ob es auch in Billerbeck noch Spuren der Familie Eichenwald geben würde. In Billerbeck lebte Otto Eichenwald, ein Onkel von Helga Klion, mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern Rolf-Dieter und Eva. Die ganze Familie wurde im Holocaust ermordet.

In Billerbeck liefen bereits seit einiger Zeit Bemühungen, die Städtische Realschule in "Geschwister Eichenwald Realschule" umzubenennen. Die Suwelack-Stiftung, die dieses Vorhaben sehr stark unterstützte, erklärte sich spontan und sehr großzügig bereit, die Reise- und Hotel-Kosten für Gary Eichenwald (Sohn von Walter Eichenwald), der einzige noch lebende Cousin von Helga Klion und natürlich ebenfalls Cousin von Rolf-Dieter und Eva Eichenwald, zu übernehmen.

Am 7. Dezember war es endlich soweit: Helga Klion-Eichenwald, ihre Tochter Andrea Leehan und die beiden Enkeltöchter Kim und Danielle Klion sowie Gary Eichenwald und seine Frau Harriet kamen pünktlich am Flughafen in Münster-Osnabrück an.

Am darauffolgenden Tag hatte der Bürgermeister zu einem Empfang im Historischen Rathaus, im Beisein des Kulturbeauftragten der Stadt Horstmar, Engelbert Glock und Anna-Maria Vossenberg als Vertreterin der "Initiative Stolpersteine", eingeladen. Helga Klion-Eichenwald und Garry Eichenwald erzählten aus ihren Erinnerungen, vom eigenen Schicksal und dem Leidensweg ihrer großen Familie.

Im Anschluss an den Empfang trugen sich die Gäste aus den USA in das "Goldene Buch" der Stadt Horstmar ein.

Ein Gang zum jüdischen Friedhof, zum Grab von Levi Eichenwald, dem Großvater von Helga Klion-Eichenwald und Gary Eichenwald, erfolgte im Anschluss.

Am Nachmittag hatten die jetzigen Eigentümer des ehemaligen Wohnhauses der Familie Eichenwald zum Kaffee trinken eingeladen. Das war für Helga Klion-Eichenwald ein sehr emotionaler Augenblick, als sie nach über 60 Jahren erstmals wieder ihr Elternhaus betreten konnte. Großzügig standen alle Räumlichkeiten im Hause offen, die Gäste gingen von Raum zu Raum und manche Erinnerung kam bei Helga Klion zurück und sie konnte ihrer Tochter und ihren Enkeltöchtern aus der Zeit ihrer Kindheit berichten. Auch bei Gary Eichenwald wurden Erinnerungen an einige Besuche bei seinen Großeltern wieder wach.

Der Besuch in Billerbeck, bei dem die Gäste aus den USA auf den Spuren ihrer Verwandten (Tante, Onkel,.Cousine und Cousin) unterwegs waren, war ein weiterer Höhepunkt ihrer Reise nach Deutschland. Der ausserordentlich freundliche Empfang durch Herrn Wolfgang Suwelack und Frau Barbara van der Wielen (Rektorin der Städt. Realschule) und nicht zu vergessen die Fragen der Schülerinnen und Schüler der Städtischen Realschule (heute: "Geschwister Eichenwald Realschule") haben Helga Klion-Eichenwaldwald und Gary Eichenwald tief bewegt.

Eine Fahrt nach Amsterdam zum Anne-Frank-Haus stand auf dem Wunschzettel von Kim und Danielle. Am nächsten Tag ging es nach Münster zum Weihnachtsmarkt. Ein Besuch im Restaurant "Stuhlmacher", das Helga Klion noch aus den Erzählungen ihrer Eltern kannte. Von einem sehr schönen Cafe hatte ihre Mutter Grete auch gesprochen, gemeint war das Cafe Schucan, das es aber leider nicht mehr gibt.

Die Zeit in Horstmar ging leider viel zu schnell vorbei.

Auf Seiten der Familie Eichenwald gab es sicher große Bedenken, wie es sein würde, nach so langer Zeit wieder nach Deutschland und Horstmar zu kommen.

Auf einem Sparziergang durch Horstmar sagte Gary: "Es ist, als wäre ich nie weg gewesen". Beim Abschied auf dem Flughafen Münster/Osnabrück sagte Helga: "Wir sehen uns wieder."

Diese Worte haben uns sehr gefreut und berührt!

 

Bitte die einzelnen Fotos anklicken, falls eine Vergrößerung gewünscht wird!

Angekommen in Horstmar im "Hotel zur Tenne"
v.l.n.r.: Danielle Klion, Helga Klion-Eichenwald, Andrea Leehan, Kim Klion

Empfang beim Bürgermeister Robert Wenking im Historischen Rathaus

 


Gary Eichenwald und seine Frau Harriet, Helga Klion-Eichenwald (im Vordergrund)

Engelbert Glock (Kulturbeauftragter der Stadt Horstmar) und die Gäste aus den USA

Helga Klion-Eichenwald


Andrea Leehan und Robert Wenking
Die Gäste tragen sich in das “Goldene Buch” der Stadt Horstmar ein

<  untere Reihe, v.l.n.r.: Harriet Eichenwald, Gary Eichenwald, Helga Klion-Eichenwald; obere Reihe, v.l.n.r.: Bürgermeister Robert Wenking, Kim Klion, Engelbert Glock, Danielle Klion, Anna-Maria Vossenberg, Andrea Leehn
Spaziergang durch Horstmar
Helga Klion-Eichenwald vor der City-Apotheke, Königstr.; hier stand das Ladenlokal ihres Vaters, Ernst Eichenwald

Helga und Gary besuchen das ehemalige Wohnhaus von Grete u. Karl Eichenwald, Königstr., heute ein Ärztehaus mit dem Namen “Haus Eichenwald”

Auf dem Weg zum Wohnhaus von Grete und Ernst Eichenwald in der Stadtstiege ...

... angekommen in der Stadtstiege

Der Kaffeetisch ist bereits gedeckt

Treppenhaus von der Diele bis in die 1. Etage

Eine nachdenkliche Danielle in der Bibliothek des Hauses

Blick vom Treppenhaus in die Diele

Adventliches Münster

Kim und Danielle gefällt Münsters “gute Stube”

Die Begeisterung für das “typische” deutsche Sauerkraut hielt sich doch in Grenzen

Die Kellnerin, die perfekt Englisch sprach und vom Restaurant “Stuhlmacher”, das sie von Erzählungen ihrer Eltern, die hier früher gerne einkehrten, kannte.

Tor zum jüdischen Friedhof in Billerbeck
Jüdischer Friedhof Billerbeck: In den Boden eingelassene Gedenktafel für die Geschwister Eva und Rolf Eichenwald

Jüdischer Friedhof Billerbeck: Denkmäler für die Geschwister Eva und Rolf Eichenwald

Blick in die voll besetzte Aula der Städtischen Realschule Billerbeck

Die Schüler der Städtischen Realschule Billerbeck begrüßen die Gäste aus den USA

Helga und Gary erzählen aus ihrem Leben und beantworten die Fragen der Schülerinnen und Schüler

Die Eingangshalle der Städtischen Realschule Billerbeck mit der Dauer-Ausstellung zum Schicksal von Ruth und Otto Eichenwald sowie ihrer Kinder Eva und Rolf.
Gedenktafel am “Mahnmal für die Opfer von Krieg- und Gewaltherrschaft” in Billerbeck

Kim Klion, Helga Klion-Eichenwald und Danielle Klion, vor der “Kapelle der Friedfertigkeit” (früher: Kriegerehrenmal)

v.l.n.r.: Barbara van der Wielen (Rektorin der Städtischen Realschule Billerbeck), Gary Eichenwald, Helga Klion-Eichenwald, Wolfgang Suwelack (Wolfgang Suwelack-Stiftung)

Ein kurzer Trip nach Amsterdam, um dort das Anne-Frank-Haus zu besuchen: Helga und Kim

Viele Zuhörerinnen und Zuhörer waren zur Stolpersteinverlegung erschienen

Bernhard Haschke, Mitglied der “Initiative Stolpersteine Horstmar”, hält eine Ansprache

Der Künstler, Gunther Demnig, im Gespräch mit Helga Klion-Eichenwald
Gunther Demnig bei der Arbeit

Gary Eichenwald und Kim Klion sagen das “Kaddisch” - zum Gedenken an ihre ermordeten Familienangehörigen
Zum Abschied lädt der Bürgermeister die Gäste zum Abendessen ein
   
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02. Dezember 2008

Der Vorschlag der "Initiative Stolpersteine" an die Stadt Horstmar, aller jüdischen Opfer des Nationalsozialismus mit einer Gedenktafel oder einer Stele zu gedenken, wird endlich, nach monatelangen Diskussionen um das äussere Erscheinungsbild, der Größe, dem Inhalt und nicht zuletzt dem Standort, umgesetzt.

Wie die Gedenktafel am Standort der Synagoge erinnert auch die Tafel für die ehemaligen jüdischen Bewohner Horstmars in sehr schlichter Form an die verfolgten, verjagten und ermordeten Menschen.

Der Bürgermeister der Stadt Horstmar hatte - auf Anregung der "Initiative Stolpersteine" - Walter Steinweg, der den Holocaust überlebte und in den USA lebt, zu dieser Feierstunde eingeladen. Leider hat Walter Steinweg die Einladung nicht angenommen und seine Teilnahme abgesagt.

 

 

04.11.2008

 

"... it has really changed my life..."

"... es hat wirklich mein Leben verändert ..."

das sind die Worte von Andrea Leehan, Enkelin von Ernst Eichenwald, die in diesen Tagen den Schreibtisch ihres Großvaters, Ernst Eichenwald, und insgesamt 39 seiner Bücher, in Empfang nehmen konnte.

 

Neuer Standort von Schreibtisch und Büchern im Haus von Andrea Leehan

 

 

In einer Horstmarer Familie hatte die Initiative das Möbelstück und die Bücher, die einmal der Familie Eichenwald gehörten und in ihrem Haus in der Stadtstiege gestanden hatten, gefunden.

Die Idee, beides käuflich zu erwerben und seinen ehemaligen Besitzern zurück zu geben, war schnell real geworden. Aber bis zur endgültigen Durchführung des Vorhabens war es doch ein weiter Weg. Die Transportkosten für ein derartiges Unterfangen waren nicht unerheblich. Viele großzügige Spender aus der Horstmarer Bevölkerung und einiger ortsansässiger Unternehmer ermöglichten, dass der Schreibtisch und die Bücher Anfang September ihre Reise über den großen Teich antreten konnten.

Nach dreiwöchiger Einlagerung im Hafen von Baltimore und der sehr strengen Inspektion durch die amerikanischen Zollbehörden, kam die Sendung endlich an ihrem Bestimmungsort an, wo sie nicht nur von den Nachfahren Ernst Eichenwalds, sondern auch von den Freunden, Bekannten und Nachbarn von Andrea Leehan, die die Geschichte des Schreibtisches und der Bücher zwischenzeitlich kannten, mit viel Spannung erwartet wurde.


Bevor der Schreibtisch verpackt wird, steht er noch einmal im Haus Eichenwald, Stadtstiege.

 

Die Tischlerei und Möbelwerkstatt Wüller, Horstmar, erklärte sich bereit, die fachgerechte Verpackung vorzunehmen bevor es auf die große Reise geht.
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