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09. November 2007
Alljährlich findet am 9. November, dem Tag an dem auch das jüdische Gotteshaus in Horstmar geschändet und zerstört wurde, eine Gedenkveranstaltung statt.
Gedenkstein für die zerstörte jüdische Synagoge

 

Die '"Initiative Stolpersteine Horstmar" hatte u.a. Kontakt zu Wesley Eichenwald, dem Enkel von Walter Eichenwald, aufgenommen und ihn gebeten, einige Worte aufzuschreiben, die anlässlich der diesjährigen Gedenkstunde vorgetragen wurden::

 

"Dear ladies and gentlemen of Horstmar, and interested guests from elsewhere: greetings from Austin, Texas, USA.

Sehr geehrte Damn und Herren aus Horstmar, sehr geehrte Gäste, ich grüße Sie aus Austin, Texas.

My name is Wesley Eichenwald. My family tree traces back to your city through my father's father, Walter Eichenwald. He was one of six children of Levi and Selma Eichenwald, my great-grandparents, who lived in the last century in the house where your "City-Apotheke" now stands, and later on the street now known as Stadtstiege.

Ich heiße Wesley Eichenwald. Durch die Familie meines Vaters bin ich mit Ihrer Stadt verbunden. Mein Großvater Walter Eichenwald war eines von sechs Kindern von Levi und Selma Eichenwald, die im letzten Jahrhundert zunächst in einem Haus an dem Ort lebten, wo jetzt die Stadtapotheke steht, und später in der heutigen Stadtstiege wohnten.

I have given a good deal of thought as to what I could possibly say to you today. By profession I am a journalist; as such I work with words every day, but writing to the people of Horstmar on this day of remembrance is extraordinarily difficult. However, I will try.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich ihnen heute mitteilen könnte. Ich bin Journalist, und so arbeite ich jeden Tag mit Worten, aber Worte für diesen Tag zu finden fiel mir außerordentlich schwer.

Although Eichenwald is my family name, until recently I did not know much of my grandfather's original family. In the United States, Eichenwald is a very unusual name - almost nobody knows how to spell it, or pronounce it. I am used to this, and try to accept it with good humor. By contrast, I know that 75 years ago, there were many Eichenwald families in Horstmar and throughout Westphalia - I have done some research, but thus far have only been able to connect my family directly to a few of them. I suppose everyone is your cousin if you go back far enough.

Obwohl mein Nachname Eichenwald ist, wusste ich bis vor kurzem nur wenig über die Familie meines Vaters. In den Vereinigten Staaten ist Eichenwald ein wenig verbreiteter Name - kaum jemand weiß, wie man ihn schreibt oder ausspricht. Ich bin daran gewöhnt und versuche es mit Humor zu nehmen. Im Gegensatz zur Situation in den USA lebten vor 75 Jahren lebten jedoch viele Familien namens Eichenwald in Horstmar und in Westfalen. Ich habe Nachforschungen angestellt, aber bisher ist es mir nur in wenigen Fällen gelungen, eine direkte Verwandtschaft zu anderen Eichenwalds festzustellen. Wenn man nur weit genug zurückgeht, wird irgendwann jeder mit einem selbst verwandt.

Between my grandfather Walter and his five brothers and sisters, only one, Walter's older brother, my great-uncle Ernst, (and his sister Bertha/A.-M. Vossenberg) survived the Holocaust; he is the only one I ever met. Some of you may have read an article which ran in your local newspaper last June; the headline was, "Ernst Eichenwald Warnte Alle." Which is true enough. Most of the Eichenwalds in Westphalia were not so fortunate.

Von meinem Großvater Walter und seinen fünf Brüdern und Schwestern überlebte nur sein älterer Bruder Ernst (und seine Schwester Bertha; Anm. A.-M. Vossenberg) den Holocaust. Er ist der einzige, den ich je kennen gelernt habe. Vielleicht haben im letzten Juni einige von Ihnen den Artikel mit dem Titel "Ernst Eichenwald warnte alle" in der Lokalpresse gelesen. Dies stimmt, er warnte alle. Die meisten Eichenwalds in Westfalen hatten nicht soviel Glück.

My sister and I grew up in the 1960s and '70s, listening to my father's stories around the dinner table in New York - of his family's flight from Düsseldorf to Holland, of how he and his mother hid for 13 months in a hut in the woods on the grounds of a farmhouse; how he finally came to America in 1947 and started a new life. Just over a year ago, my father, at the age of 76, returned to Germany for the first time in over 66 years, to the town of Hilden, not far from Düsseldorf, where his uncle, aunt and cousin - who was his best friend - had lived before their own flight to Holland. Only his aunt survived - a talented pianist, who lived to see the liberation of Theresienstadt. And my father also visited the site of his own home in Benrath, where he and his parents and grandparents lived - it was there that Walter had moved after he married my grandmother in 1928.

Meine Schwester und ich wuchsen in den 60er und 70er Jahren auf und hörten die Geschichten meines Vaters am Essenstisch - Geschichten von der Flucht seiner Familie von Düsseldorf nach Holland, vom 13monatigen Verstecken in einer Hütte in einem zu einem Bauernhof gehörenden Waldstück, von seiner Ankunft in Amerika im Jahr 1947 und dem Beginn eines neuen Lebens. Vor etwas mehr als einem Jahr kam mein damals 76jähriger Vater nach über 66 Jahren zurück nach Deutschland - nach Hilden, wo sein Onkel, seine Tante und sein Cousin vor ihrer Flucht nach Holland gelebt hatten. Lediglich seine Tante überlebte den Holocaust. Sie war eine begabte Pianistin und erlebte die Berfreiung des KZ Theresienstadt mit. Mein Vater suchte die Stelle auf, an der sich sein Zuhause befunden hatte, in dem er mit seinen Eltern und Großeltern gelebt hatte. Walter war nach seiner Hochzeit mit meiner Großmutter im Jahr 1928 dorthin gezogen.

The occasion of my father's visit, you may not be surprised to hear, was a Stolpersteine ceremony such as the one being planned for the coming year in your city. I am told it is not that usual for survivors and relatives to be present for such occasions. Still, from the perspective of this descendant of German Jews, I can tell you it is much appreciated, and such openness feels like a new breeze blowing - a hopeful sign. It seems that the younger generation of Germans want to talk about what happened in those days - about how it could happen - and if they are interested, I would be happy to tell them what I know.

Der Anlass für diesen Besuch in Hilden war eine Verlegung von Stolpersteinen ähnlich wie die in Horstmar für das kommende Jahr geplante. Man hat mir gesagt, die Anwesenheit von Überlebenden und ihren Verwandten sei nicht üblich bei diesen Anlässen. Vom Standpunkt eines Nachkommen deutscher Juden kann ich Ihnen versichern, dass diese Anwesenheit sehr hoch geschätzt wird. Eine derartige Offenheit kommt uns vor wie ein frischer Wind und ist ein gutes Zeichen. Die jüngere Generation scheint das Bedürfnis zu haben, über die Geschehnisse des Dritten Reichs und die Gründe hierfür zu sprechen, und ich bin gerne bereit zu berichten, was mir bekannt ist.

I remember my great-uncle Ernst and Tante Grete very well. They died within a week of each other in 1992 - she was 88, he was 96. At the time of their deaths, they had been married almost 66 years - a good lifetime in itself. Uncle Ernst was a practical person above all, intelligent, methodical, and courageous, as was my Tante Grete, who was a very kind lady, gracious and stylish and a devoted mother and grandmother. Their qualities served them well during the Nazi period, and they were smart enough to see that they had to leave before it was too late - something too many of their relatives and friends did not.

Ich kann mich sehr gut an meinen Großonkel und Tante Grete erinnern. Beide starben im Jahr innerhalb einer Woche - sie war 88, er 96 Jahre alt. Sie waren beinahe 66 Jahre lang verheiratet gewesen. Onkel Ernst war ein praktisch veranlagter Mensch, intelligent, methodisch, und so mutig wie meine Tante Grete, eine sehr freundliche, gütige und stilvolle Dame sowie eine hingebungsvolle Mutter und Großmutter. Diese Eigenschaften kamen ihnen während des Naziregimes zugute, und sie waren klug genug zu fliehen bevor es zu spät war. Dies ist zu vielen ihrer Verwandten und Freunde nicht gelungen.

Uncle Ernst was a veteran of the First World War, where he fought for his fatherland, was seriously wounded and awarded the Iron Cross. He recovered, and life went on; he married Grete Hertz of Beckum, and started a family. In June of 1940, he sailed with his family from England to the USA, and he too started life over, in New York, at the age of 44.

Onkel Ernst war ein Veteran des Ersten Weltkrieges, in dem er für sein Vaterland gekämpft hatte, schwer verwundet worden war und das Eiserne Kreuz erhielt. Er heiratete Grete Hertz aus Beckum und gründete eine Familie. Im Juni 1940 segelte er mit seiner Familie von England aus in die USA und begann mit 44 Jahren ein neues Leben in New York.

Uncle Ernst and Tante Grete eventually bought a modest home in Florida, with orange trees in their backyard. They did not cut ties completely with Germany - they returned for several visits over the years, and saw friends there. They were particularly fond of Bad Pyrmont. I always thought: what a triumph over bitterness - how cool, you might say, to come back on your own terms. Not that you would pretend that nothing happened, but, still.

Onkel Ernst und Tante Grete kauften sich ein kleines Häuschen in Florida mit Orangenbäumen im Garten. Sie brachen nicht völlig mit Deutschland, sondern kamen mehrmals zurück und besuchten bei diesen Gelegenheiten ihre Freunde. Besonder gut gefiel ihnen Bad Pyrmont. Ich habe immer gedacht, welch ein Triumph über die Bitterkeit dies war - wie cool von ihnen, so zurückzukehren, wie sie es für sich als angemessen ansahen.

As a journalist I have interviewed many people of all sorts, and I know that everybody, no matter how seemingly humble, so conventionally ordinary, has a story to tell. Not only my family, not only the Jews of Germany, or wherever, but everybody. I didn't quite know what to think when I heard about the efforts by interested parties in Germany to uncover and publicize the stories of my great-uncles and aunts, distant cousins and all the other families of Horstmar, Billerbeck, and everywhere Jewish people had once called home.

Als Journalist habe ich viele Leute interviewt, und so weiß ich, dass jeder, egal wie gewöhnlich er auf den ersten Blick scheinen mag, eine Geschichte zu erzählen hat- jeder, nicht nur meine Familie, nicht nur die Juden aus Deutschland oder anderen Ländern, jeder. Ich war mir nicht sicher, was ich vom Bestreben halten sollte, die Geschichte meiner Großtante und meines Großonkels, meiner entfernten Verwandten und all der anderen Familien aus Horstmar, Billerbeck und all den anderen Orten, die für die Juden einst Heimat waren, zu erforschen und zu veröffentlichen.

After so many years, it is no small consolation for me and my relatives to know that the legacy of not only our family, but of all the Jews in Germany, is not forgotten after all this time. As extraordinary horrible an event as the Holocaust was in the history of the world, just as unusual it is that over 60 years after the awful events in question, interest in those times not only continues, but in some ways is even stronger than ever, and there is ever greater willingness to look at the past. This is, I think, due in no small part to the efforts of the remarkable Mr. Demnig and his Stolpersteine, as well as the teachers, scholars, and clergymen of your country, writers like Veronika Meyer-Ravenstein - whose book Zersplitterte Sterne, under the sponsorship of the Wolfgang Suwelack-Stiftung, chronicled the history of the Jewish families of Billerbeck, including the sad fate of my father's young cousins, Rolf-Dieter and Eva Eichenwald, whose father Otto was my grandfather's younger brother. They perished in the Konzentrationslager Riga - and today in Billerbeck, they have become known far beyond their short years as symbols of innocent victims of the insanity. It is, incidentally, due to the work of Mr. Suwelack's organization, along with students and teachers at the Realschule Billerbeck, that I have made their acquaintance at all, for which I am grateful.

Nach so vielen Jahren ist es kein geringer Trost für mich und meine Verwandten zu sehen, dass das Vermächtnis unserer Familien und aller Juden in Deutschland nicht in Vergessenheit geraten ist. So unvergleichbar schrecklich ein Ereignis wie der Holocaust in der Weltgeschichte ist, so ungewöhnlich ist es zu sehen, dass nach über 60 Jahren das Interesse an dieser Zeit nicht nur weiterbesteht, sondern in gewisser Weise auch stärker ist denn je. Dies liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt am Bemühen des außergewöhnlichen Herrn Demnig und seiner Stolpersteine, an der Arbeit von Lehrern, Wissenschaftlern, Geistlichen, Autoren wie Veronika Meyer-Ravenstein, deren von der Wolfgang Suwelack-Stiftung gefördertes Buch "Zersplitterte Steine" die Geschichte der jüdischen Familien aus Billerbeck nachzeichnet. Hier findet sich das traurige Schicksal von Rolf-Dieter und Eva Eichenwald, der Cousins meines Vaters, deren Vater Otto der jüngere Bruder meines Großvaters war. Sie kamen im Konzentrationslager Riga um und wurden in Billerbeck trotz ihrer jungen Jahre zum Symbol für die Sinnlosigkeit des Holocaust. Durch die Suwelack-Stiftung und die Arbeit von Schülern und Lehrern der Realschule Billerbeck habe ich von ihnen erfahren.

Of what happened to these people, and millions like them, we know all too well - denied the chance to live out their lives, however they would have gone, they have instead become stones in our path that we occasionally stumble upon.

Was mit diesen und Millionen anderer Menschen geschah, wissen wir nur zu gut: sie wurde der Gelegenheit beraubt, ihr Leben zu leben. Stattdessen sind sie Steine auf unserem Weg geworden, über die wir gelegentlich stolpern.

Although our family history is part of who we are, I believe it does not entirely define us. I believe that we are persons of free will, and the fabric of our lives is the end result of thousands of choices we make during the course of our years on earth.

Auch wenn unsere Familiengeschichte eine Teil unserer selbst ist, prägt sie uns nur zum Teil. Ich glaube daran, dass wir alle mit freiem Willen ausgestattet sind und unser Leben das Ergebnis Tausender Entscheidungen ist, die wir über die Jahre treffen.

I did not live the history of the war years, or have to make my grandparents' hard choices, but yet it is part of who I am. I did not know them personally, but I have heard so many stories about similar people, with similar destinies, that they are part of me as well. And now, regardless of your own history and experiences, because you care enough to want to hear about them yourselves, they have also, in a way, become part of who you are, in 21st century Germany. And so we, who have never met, have this connection through space and time.

Ich musste nicht während der harten Kriegsjahre überleben oder die Entscheidungen treffen, die meine Großeltern treffen mussten, aber dennoch ist dies ein Teil meines Selbst. Ich habe so viele Geschichte über ähnliche Menschen mit ähnlichen Schicksalen gehört, dass sie ein Teil von mir wurden. Und weil Sie sich dafür interessieren, sind diese Schicksale zum Teil Ihrer eigenen Geschichte im Deutschland des 21. Jahrhunderts geworden. So sind wir, die wir uns nie begegnet sind, durch Raum und Zeit mit einander verbunden.

But there is more to it than that. Everybody has a story, but - although certain nationalities and peer groups share certain common experiences - in the end, we are all individuals. I believe we need to see each other as more than just labels - be it "Jews," or "survivors," Catholics or Germans or Americans, Italians, Romanians or Turks. I'm not saying we should ignore our differences, but the very moment when we learn to look beyond the superficial and see each other as individuals, is the moment when prejudice, bigotry and blind hatred begin to loosen their grip on society, and minds begin to open.

Aber da ist noch mehr. Jeder hat eine Geschichte, aber auch wenn gewisse Nationalitäten und Gruppen einige Erlebnisse miteinander teilen, sind wir am Ende alle Individuen. Wir müssen uns als mehr sehen als nur als Gruppenzugehörige - sei es als "Juden", "Überlebende", "Katholiken", "Deutsche", "Amerikaner" "Italiener", "Rumänen" oder "Türken". Ich sage nicht, wir sollten unsere Unterschiede leugnen, aber in dem Moment, indem wir lernen, über die Oberflächlichkeiten hinwegzusehen und uns als Individuen wahrzunehmen, verlieren Vorurteile, Fanatismus und blinder Hass ihren Einfluss, und das Denken öffnet sich.

Of course the most important thing is fostering an atmosphere of tolerance among peoples of other religions and backgrounds, whether they're Jewish or not. (Just because not everybody thinks this way does not mean it isn't worth trying at all!) People say "never again," as they should, but I always thought that "never again" applies to everyone, not just the Jews, and this is certainly relevant to today's world.

Natürlich ist es am wichtigsten, zwischen Menschen anderer Religionen und Hintergründe eine Atmosphäre der Toleranz zu pflegen, egal ob sie Juden sind oder nicht. (Nur weil nicht jeder so denkt, heißt es noch nicht, man solle es nicht zumindest versuchen!) Die Menschen sagen "Nie wieder!", so wie es sein soll, aber ich war immer der Ansicht, dieses "Nie wieder!" trifft auf jeden zu, nicht nur auf die Juden, und ist sicherlich in der heutigen Welt von Bedeutung.

Although I am always aware of the fate of my ancestors, the Nazis and the Holocaust are not things I dwell on in every waking moment. I owe it to myself, my wife, and my two sons, twin boys not yet three years old, to live a meaningful, productive and, I hope, happy life. Some may think that the concept of the brotherhood of man, and "peace, love and understanding," is an outdated and irrelevant cliché; I say it's something still worth striving for - after all, what is the alternative?

Auch wenn ich mir immer des Schicksals meiner Vorfahren bewusst bin, sind die Nazis und der Holocaust mir nicht ständig vor Augen. Ich bin es mir selbst, meiner Frau und meinen beiden knapp drei Jahre alten Zwillingen schuldig, sinnvoll, produktiv und, so hoffe ich, glücklich zu leben. Manch einer mag denken, die Auffassung von der Gemeinschaft aller Menschen und von "Liebe, Frieden und Verständnis für einander" sei ein überholtes und unwichtiges Klischee, ich bin der Ansicht, es lohnt sich immer noch, danach zu streben, denn welche andere Möglichkeit haben wir schließlich? ..."

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06. Oktober 2007

Die "Initiative Stolpersteine Horstmar" freute sich an diesem Tag über Besuch aus Paris. Bei ihren Recherchen war A.-M. Vossenberg darauf gestoßen, dass bis 1939 Ludwig Plenter mit seiner Familie im Haus von Karl Eichenwald gelebt hatte.

Nach der Pogromnacht, in der Karl Eichenwald ins Gefängnis geworfen und Grete, gemeinsam mit ihren Söhnen Erwin und Helmut aus dem Haus vertrieben wurden, musste auch die Familie Plenter das Haus Eichenwald verlassen. Plenters wohnten danach im Haus der Familie Bussmann auf der Schulstraße und zogen später nach Borghorst.

Der Kontakt zu Hannelore Simon (geb. Plenter), die heute in der Nähe von Paris lebt, war schnell hergestellt. Sie zeigte großes Interesse an der Arbeit der "Initiative Stolpersteine" und versprach bei ihrem nächsten Besuch in Deutschland - in Borghorst und Coesfeld hat sie noch nahe Verwandte - auch nach Horstmar zu kommen.

Am 6. Oktober war es so weit, die Eheleute Simon verbrachten einen Tag in Horstmar. Hannelore Simon erinnerte sich noch sehr genau an Helmut und Erwin Eichenwald, mit denen sie gerne spielte. Sie ging ein und aus bei den Eichenwalds und besonders in der Küche von Grete Eichenwald war das kleine Mädchen ein gern gesehener Gast. Hier wechselte manche Leckerei den Besitzer.

Sehr erfreut war Hannelore Simon über das großzügige Angebot von Dr. Reinhard Stahl, das Haus, in dem sie geboren wurde und in dem sie einige Jahre ihrer Kindheit verbrachte, zu besichtigen und ihrem Mann zu zeigen.

Die noch vorhandenen alten Fußbodenfliesen, über die sie als Kind so oft gelaufen war und das imposante, eicherne Treppenhaus lösten starke emotionale Erinnerungen bei den Gästen aus Frankreich aus.

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